Fortbildung

Hier finden Fachkräfte einen Überblick über unsere Schwerpunkte aus dem Themenfeld sexualisierter Gewalt, zu denen RückHalt e.V. Fortbildungen und Vorträge für unterschiedliche Berufsfelder (u.a. Schule, Sozial- und Gesundheitswesen, Pflege) anbietet.

Die Angebote richten sich an Institutionen, Einrichtungen und Betriebe, die Fortbildungseinheiten oder Vorträge für ihre Teams oder Abteilungen organisieren möchten.

Wir sind auch offen für Ihre Fragen und Themen!

Sollten Sie eine spezifische Fragestellung oder einen konkreten Themenwunsch aus Ihrem direkten Praxisumfeld haben, die in unserem bisherigen Angebot nicht genannt wird, sprechen Sie uns gerne trotzdem an.

Unser Team ist offen für Neues und wir können gemeinsam entscheiden, welcher Inhalt, Umfang und Ablauf für Sie und Ihre Institution, Einrichtung oder Ihren Betrieb passen könnten.

Fortbildung und Vorträge für Fachkräfte im beruflichen Schwerpunkt der Alten- und Krankenpflege

Pflegebedürftige Menschen fühlen sich in alltäglichen Situationen oft hilflos und durch äußere Anlässe in die Situation der vergangenen Gewalterfahrung zurückversetzt.

An eine Re-Traumatisierung - hervorgerufen durch die zurückliegende sexuelle Gewalterfahrung - wird in der Regel bei Verhaltensauffälligkeiten nicht gedacht. Hinzu kommt, dass die psychischen Folgen eines Traumas zum Teil identisch mit denen der Demenz sind. Sie können zu psychischen und kognitiven Einschränkungen führen, wie z.B. Wahrnehmungs-, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen, Übererregung, Apathie, Angst- und Panikzuständen bis hin zu Halluzinationen. Im somatischen Bereich kann es z.B. zu extremen Schwankungen aller Vitalwerte, zu chronischen Schmerzen, Appetitlosigkeit, Atemstörungen kommen.

Erfahrene Mitarbeiterinnen aus dem RückHalt-Team bieten Fortbildungen für Pflegekräfte an mit dem Ziel, die Bewusstheit über Trauma-Folgestörungen zu schulen, das Verhalten des alten Menschen zu verstehen und gemeinsam unterstützende Handlungsoptionen zu entwickeln.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auch in der Betrachtung des Themas Traumatisierung in Bezug auf dementielle Veränderungen.

Sexuelle Gewalterfahrungen in der Lebensgeschichte alter Frauen – Eine Veranstaltung für Pflegekräfte und Pflegekräfte in der Ausbildung

Viele heute alte Frauen sind im Laufe ihres Lebens sexuell traumatisiert worden: Während des Krieges, durch häusliche Gewalt, durch sexuelle Gewalt in der Kindheit. Häufig bewältigen die Frauen ihr Leben und ihre Aufgaben gut: als Mütter, Ehefrauen, berufstätige Frauen. Doch im Alter fallen diese stabilisierenden Aufgaben weg. Die Konfrontation mit dem Verlust und Tod wichtiger Menschen, das Nachlassen von körperlichen und geistigen Fähigkeiten und Möglichkeiten, Pflegebedürftigkeit und daraus entstehende Abhängigkeit von anderen Menschen, das Gefühl von Kontrollverlust – all das kann dazu führen, dass ein Mensch mit traumatischen Erinnerungen konfrontiert wird, von denen er vielleicht dachte, er hätte sie vergessen.

Die Folgen sind unterschiedliche, für die Frauen selbst und auch ihr Umfeld teils nicht nachvollziehbare, Verhaltensweisen und Symptome. Die Diagnose „Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)“ findet sich selten in Lebensbiografien oder ärztlichen bzw. Pflegedokumentationen. Sie beschreibt aber genau die Symptomatik einer Trauma-Folgestörung.

„Wenn alte Narben wieder schmerzen …“ – Sexuelle Gewalterfahrung in der Lebensgeschichte – Informationsveranstaltung für interessierte Frauen und Männer

Betroffene Frauen, aber auch ihre Angehörigen und Bezugspersonen werden nicht selten ganz plötzlich damit konfrontiert, dass schmerzhafte Erinnerungen an erlebte sexuelle Gewalt und die damit verbundenen Ängste wieder an die Oberfläche kommen. Oft steht dies in Verbindung mit Umbrüchen im Leben: die Kinder gehen aus dem Haus, Berufstätigkeit endet, der Verlust von Partner, Verwandten und Freunden, das Nachlassen körperlicher Fähigkeiten belastet.

Schwerpunkte der Veranstaltung werden sein, warum und wie die schon lange zurückliegende sexuelle Gewalt das Leben und den Alltag von Betroffenen und ihren Angehörigen beeinflussen kann.

Darüber hinaus geht es um die Frage, wann die Beschäftigung mit dem Thema sexueller Gewalterfahrung sinnvoll sein kann und welche Unterstützungsmöglichkeiten es gibt.

Was tun, wenn die als Kind vom Vater missbrauchte Tochter diesen nun pflegen soll?

Zunehmend wenden sich Frauen an unsere Beratungsstellen, die als Kinder missbraucht wurden und nun den damals missbrauchenden Elternteil pflegen. Durch diese Situation entstehen für diese Frauen oft existentielle Konflikte, deren Lösung in der Regel professioneller Unterstützung bedarf.

Kontaktpersonen wie z.B. ambulante Pflegekräfte, Ärztinnen / Ärzte, Angehörige etc., die solche Situationen kennen und die Betroffenen unterstützen möchten, können sich ebenfalls an RückHalt e.V. wenden.

Trauma-sensible Seelsorge – Trauma und Alter

Sexuelle Gewalt gab es zu allen Zeiten. Aber sie war bis Ende des letzten Jahrhunderts ein Tabu. Frauen, die heute 60 Jahre und älter sind und sexuelle Gewalt als Kinder oder Erwachsene erfahren mussten, hatten keine Möglichkeit darüber zu sprechen. Da Sexualität ein tabuisiertes Thema war, fehlt es vielen älteren Frauen an der Sprache, die Gewalt in Worte zu fassen. Trauma-Folgestörungen wie Depression, Angststörung und psychosomatische Erkrankungen, die in weit mehr als der Hälfte der Fälle auftreten, wurden nicht mit den traumatischen Erfahrungen in Verbindung gebracht. Seelsorger/innen und Unterstützer/innen aus kirchlichen Zusammenhängen sind besonders für ältere Menschen häufig Ansprechpartner/innen.

Für Betroffene ist u.a. wichtig die Schaffung eines geschützten Rahmens, dass der Mensch gesehen und sein Leid anerkannt wird, dass die Ansprechpartner/innen das Tempo und den Rhythmus der Betroffenen mitgehen und ein Gegenüber für spirituelle und religiöse Fragen sind.

Der Vortrag wendet sich an Seelsorger/innen, Gemeindereferent/innen und andere Kontaktpersonen aus kirchlichen und konfessionellen Zusammenhängen, denen sich Betroffene anvertrauen (könnten).

Rechtsanspruch auf Psychosoziale Prozessbegleitung – Informationsvortrag zu § 406 g StPO

Die Stellung des Opfers im Ermittlungsverfahren ist in der Vergangenheit durch zahlreiche gesetzliche Veränderungen verbessert worden. Zuletzt ist mit dem 3. Opferrechtsreformgesetz vom 21.12.2015 das Recht auf Psychosoziale Prozessbegleitung für besonders belastete Opfer bestimmter schwerer Straftaten in Kraft getreten. Damit haben diese Opfer seit 2017 die Möglichkeit, psychosoziale Prozessbegleitung in Anspruch zu nehmen. Die Psychosozialen Prozessbegleiter/innen sind von der Justiz anerkannt und speziell qualifiziert. Sie unterstützen die Zeuginnen und Zeugen im Ermittlungsverfahren, dem Haupt- und / oder Berufsverfahren, d.h. vor, während und nach ihren Aussagen bei der Polizei / der Staatsanwaltschaft und / oder im Gericht.

Der Vortrag beleuchtet besonders die Schnittstellen der Psychosozialen Prozessbegleitung zu den Ermittlungsbehörden und der Justiz, aber auch zu der anwaltlichen Vertretung der Zeug/innen, z.B. den Nebenklagevertreter/innen.

Neben den fachlichen Informationen über das noch recht junge Gesetz hat die interdisziplinäre Vernetzung mit unterschiedlichen Berufsgruppen für das RückHalt-Team eine besondere Bedeutung: Nur gemeinsam lässt sich die Situation von sexualisierter Gewalt betroffener Menschen individuell und strukturell verbessern!

Traumatisierte Flüchtlingsfrauen - Ein Angebot für Fachkräfte und Ehrenamtliche anderer Einrichtungen und Berufsgruppen

Referentinnen von RückHalt e.V. vermitteln Kenntnisse über sexuelle Traumatisierung für professionelle und ehrenamtliche Helfer und Helferinnen, die mit (traumatisierten) Flüchtlingsfrauen arbeiten. Ein Trauma-sensibler Umgang mit den Betroffenen soll dazu führen, dass Angebote und Bedingungen geschaffen werden, die hilfreich sind und eine weitere Traumatisierung verhindern.

„Sexuell traumatisierte Patientinnen in der Geburtshilfe / Mögliche Auswirkungen sexueller Gewalterfahrungen in der Kindheit auf Mutterschaft“ Ein Angebot für Hebammen und Hebammenschülerinnen

Arbeitsschwerpunkte der Fortbildung sind traumatische Belastungsreaktion und posttraumatische Belastungsstörung nach sexualisierter Gewalterfahrung, Auswirkungen auf die Lebenszusammenhänge der betroffenen Frauen sowie Konsequenzen bezogen auf die Behandlungssituation im Krankenhaus.

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